Goldkapsel oder nicht: Zwei Grauburgunder aus einem Keller im Vergleich
„Goldkapsel“ steht in keinem Gesetz. Was der Begriff bei Ellermann-Spiegel bedeutet und wie man den Unterschied tatsächlich schmeckt.
Der Ellermann-Spiegel Grauburgunder ist ein frischer und geradliniger Grauburgunder aus der Pfalz — und der meistverkaufte Wein des Weinguts. Das ist kein Zufall: Kaum eine Sorte trifft so viele Geschmäcker gleichzeitig.
Der Grauburgunder, auch Ruländer oder Pinot Gris genannt, ist eine weiße Rebsorte, die in der Pfalz sehr verbreitet ist. Botanisch ist sie eine natürliche Mutation des Spätburgunders — dieselbe Rebe, andere Beerenfarbe.
Bekannt ist sie für ihre Bandbreite an Aromen, die von fruchtig bis würzig reicht. Je nach Ausbau kann der Wein trocken oder süß sein; die allermeisten Grauburgunder aus Deutschland sind heute trocken. Typisch sind Noten von Birne, Apfel, Quitte und Ananas, dazu bei kräftigeren Vertretern Nelke, Zimt und Pfeffer.
Pfälzer Grauburgunder ist dabei ein ausgesprochen vielseitiger Wein: Er passt zu leichten Vorspeisen ebenso wie zu herzhafteren Gerichten und funktioniert auch als Aperitif. Für Weinliebhaber wie für Neulinge ist er deshalb eine sichere Wahl — gewissermaßen Everybody's Darling unter den weißen Burgundern.
Das Weingut Ellermann-Spiegel liegt in Kleinfischlingen an der Südlichen Weinstraße. Frank Spiegel trat in den Betrieb seines Stiefvaters Harald Ellermann ein und stellte ihn von der Fasswein-Lieferung auf eigene Abfüllung um. Seit dem Jahrgang 2008 wird ein wachsender Teil der Ernte selbst vermarktet. Die ganze Geschichte steht hier.
Die Gutsweine zeichnen sich durch frische, fruchtige Aromen aus und sollen vor allem eines liefern: pure Trinkfreude. Durch sorgfältige Weinbergsarbeit, selektive Lese und schonenden Ausbau entsteht die Grundlage für hochwertige Weine zu einem bemerkenswerten Preis-Genuss-Verhältnis.
Der Ellermann-Spiegel Grauburgunder wird temperaturkontrolliert im Edelstahltank ausgebaut und bleibt eine Zeit lang auf der Feinhefe. Ein kleiner Teil vergärt in Barriques aus französischer Eiche — so wenig, dass man kein Holz schmeckt, aber genug, dass der Wein am Gaumen breiter wird.
Das Bukett zeigt Aromen von Stachelbeere, Mirabellen, Birne, gebackener Zitrone, Mango, Marzipan, Vanille, Kokos, Feuerstein und Akazienblüten.
Am Gaumen ist der Wein füllig, saftig und hat einen betörenden Schmelz. Er wirkt elegant und finessenreich, mit schöner Frucht, salziger Mineralität und feinem Spiel. Dazu kommen Spannkraft und ein langer Nachhall.
Insgesamt ein würziger und süffiger Tropfen, der beim Verhältnis von Preis und Leistung überzeugt.
Denselben Wein gibt es auch als Grauburgunder GOLDKAPSEL. Der Unterschied liegt fast ausschließlich im Holzanteil: Bei der Goldkapsel vergären rund dreißig Prozent im Barrique, der Ausbau danach findet im Edelstahl statt.
Was das im Glas bedeutet — und warum der Unterschied im Mundgefühl liegt und nicht im Bukett —, haben wir in einem eigenen Beitrag nebeneinander durchprobiert.
Der Gutswein aus dem Edelstahl und die Goldkapsel mit rund dreißig Prozent Barriquegärung.
Dieser Beitrag stammt aus der alten Fassung dieser Seite und wurde beim Relaunch überarbeitet: veraltete Jahrgangsangaben und tote Links wurden entfernt, die Shop-Verweise zeigen jetzt auf den aktuellen Jahrgang. Die Aussagen des Originals sind erhalten geblieben.
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